Ausstellung

Jüdische Gemeinde in Friesen

So lebten Juden bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Friesen

Ein Rundgang durch die Straßen Friesens zeigt die ehemaligen Wohnhäuser der jüdischen Gemeinde.

Hausnummer 72

Heute: Am Plan 34

Dieses Haus Am Plan 34, früher Hausnummer 72, wurde als Tropfhaus bezeichnet, das heißt, die Grenze des Grundstückes wurde von der Dachtraufe markiert. Wie viele jüdische Einwohner hatten die Besitzer des Hauses also keinen weiteren Grundbesitz. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus von der Familie Bamberger bewohnt. David Bamberger stammte aus Burgkunstadt, wo in dieser Zeit eine große jüdische Gemeinde existierte. Nach seinem Tod führte seine Witwe Gutta den Textilhandel fort, das sie später an ihre beiden Söhne Sigmund und Max weitergab. 1870 verkaufte die Witwe Gutta Bamberger das Haus und zog nach Kronach, wohin ihre beiden Söhne wie viele andere Friesener Juden bereits gegangen waren.

Mit der Aufhebung der Matrikelgesetzgebung zogen seit den 1860er Jahren viele jüdische Familien aus der Landgemeinde in nahe gelegene Städte. Max und Sigmund Bamberger, die Söhne von David und Gutta Bamberger, verlegten das Tuch- und Modewarengeschäft 1870 nach Kronach. Dort kauften sie gemeinsam ein Wohn- und Geschäftshaus in der Spitalstraße, in dem ihr Geschäft über 35 Jahre lang Bestand haben sollte.

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